WM-Auftakt: Deutschland blamiert sich gegen Japan

Fußball Der Beginn der Weltmeisterschaft

Deutschland macht sich gegen Japan lächerlich

“Dann passiert, was im Fußball oft passiert: Du wirst bestraft”

Die deutsche Fußballmannschaft hat bei der WM in Katar einen Fehlstart hingelegt. Die DFB-Nationalmannschaft verlor ihr erstes Spiel gegen Japan mit 1:2 und steht damit früh unter Druck. WELT-Reporter Steffen Schwarzkopf zieht eine erste Bilanz.

Der sportliche Tiefschlag folgt den politischen Debatten vor dem ersten WM-Spiel. Die deutsche Nationalmannschaft ging gegen Japan verdient in Führung, ließ sich dann aber von einem Außenseiter überraschen. Und am Ende verliert er mit 1:2.

SSelten war der Druck auf die deutsche Nationalmannschaft zum WM-Start so groß: Nicht nur der Sieg der Mannschaft von Hansi Flick wurde zu Beginn erwartet, vor allem wollten viele Fans nach der Debatte um „One Love“ mitmischen. Armband Siehe Schilder Spieler. Sie konnten nur einen Punkt holen – eine 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Japan endete als sportlicher Albtraum.

Es war vielleicht nicht das Zeichen, auf das viele Fans gehofft hatten, aber es war ein Zeichen. Als sich die deutsche Nationalmannschaft eine Minute vor dem Anpfiff zum Mannschaftsfoto versammelte, hielten sich die Spieler den Mund zu. Es war eine kollektive Geste, die hätte sagen sollen: Schauen Sie, wir wollten ein anderes, vielleicht deutlicheres Zeichen für die Menschenrechte setzen, aber das wurde uns unter Androhung von Sanktionen verboten. Uns wurde das Sprechen verboten. „Auch ohne Verband. Unsere Position steht“, twitterte der DFB kurz darauf.

Auch wenn es manchen Kritikern im Vergleich zur “One Love”-Kapitänsbinde, die Manuel Neuer aufgegeben hat, vielleicht nicht ausreicht – es war eine Geste, die klar zum Ausdruck brachte, was FIFA-Fußballer wollen: Sie sollen Zirkuspferde sein, mit deren Hilfe Millionen gedreht werden – aber bitte ohne die Verantwortlichen. Wehe dem, der es wagt, seine Meinung zu sagen. Es war auch eine Geste, die verriet, wie einsam sich Neuer und Co. gerade fühlen.

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Wohl noch nie ist die deutsche Nationalmannschaft ins WM-Finale gestartet, so wenig wurde über Fußball gesprochen. Auch deshalb ist die Unsicherheit darüber, wo die Mannschaft von Hansi Flick steht, vor Beginn des Turniers so groß wie nie zuvor – und diese Unsicherheit dürfte für den Bundestrainer noch größer sein. Am Ende hat Deutschland ein lange überlegen gespieltes Spiel komplett aufgegeben.

Zugang nach 15 Minuten

Es dauerte eine Weile, bis das Team ins Spiel kam. Die Nervosität war zunächst spürbar. Etwas wackelte in der deutschen Abwehr, wo neben Verteidiger Antonio Rüdiger Nico Schlotterbeck zum Einsatz kam. Die Japaner zeigten kurz ihre Konterstärke. Offensiv taten sich die Deutschen schwer: Thomas Müller, Jamal Musiala und Serge Gnabry wechselten immer wieder die Positionen, um den sehr tiefstehenden Japaner auseinander zu nehmen. Nach einer Viertelstunde hatte Deutschland jedoch Zugriff und erarbeitete sich Chancen – zumal die beiden defensiven Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan und Joshua Kimmich nun eine stärkere Rolle spielten.

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Der bisher beste Angriff brachte dann die Führung: Kimmichs Hereingabe fiel auf Linksverteidiger David Raum, der weit vorrückte. Leipzig schickte den Ball an Gonda vorbei – und dann wurde er vom japanischen Keeper zu Fall gebracht. Ilkay Gündogan erzielte per Foulelfmeter das 1:0 (33. Minute). Havertz traf kurz vor der Pause, stand aber im Abseits.

Auch nach dem Wechsel setzte sich zu Beginn die Dominanz des DFB-Teams fort, das in der ersten Halbzeit auf 81 Prozent Ballbesitz kam. Der Kombinationsfluss führte zu mehreren guten Chancen: Musiala hätte nach einem Solo-Durchbruch durch die japanische Abwehr ein Traumtor erzielen können, wenn er im Abschluss konzentriert geblieben wäre (51.). Zehn Minuten später traf Gündogan mit einem Schuss aus 17 Metern nur den Pfosten. Dann führten Gnabry und der eingewechselte Jonas Hofmann ein Privatduell mit dem starken Gonda (70.). Zu diesem Zeitpunkt hätte das Spiel schon längst entschieden sein müssen.

Defensive Verwirrung

Doch dann rächte sich der sorglose Umgang mit dem Anlass. Der Japaner wurde mutiger und nachdem Neuer Sakai zunächst gut parieren konnte (73.), war er drei Minuten später machtlos – als der eingewechselte Freiburger Ritsu Doan die Verwirrung in der Abwehr nutzte und den Abpraller zum 1. verwandelte -1 (76′).

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Danach entglitt der Mannschaft das Spiel komplett: Schloterback ließ Takuma Asan in der 84. Minute einfach los – und der Bochumer traf aus spitzem Winkel zur 2:1-Führung der Asiaten. Das Spiel, das Deutschland über weite Strecken voll im Griff hatte, wurde gekippt. Die jetzt offengelegte Passivität, besonders in der Defensive, war erschreckend.

Bei Flik, ​​der schon vor dem Start betont hat, wie wichtig ein gelungener Start ist, dürften sich die Zweifel, die er früher hatte, noch verstärken. Könnte die Diskussion über den Verband seine Konzentration gestört haben? Eine halbe Stunde vor Spielbeginn musste er bei einem Interview mit der ARD noch einmal über dieses Thema sprechen. Er betete erneut, was er in den vergangenen Tagen wiederholt hatte: Dass die Mannschaft sehr enttäuscht war, als die Fifa die „One Love“-Armbinde verbot, aber „dass wir am Ende des Tages hier sind, um Fußball zu spielen und ein gutes Turnier zu spielen. ” Er wurde gefragt, ob es ein anderes Team-Schild statt einer Bandage gäbe, “Mal sehen”, antwortete er.

Das Zeichen war da, nicht der erhoffte gute Start, sondern ein echter Fehlstart.

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