Wie aus zwei Fußballvereinen am Rhein ein kölscher Kultklub wurde

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Wie aus zwei Fußballvereinen am Rhein ein Kölner Kultverein wurde

Der 1. FC Köln ist für viele seiner Fans zu einem Sporthaus und Identitätsstifter geworden. Beim FC wird gejubelt und geflucht, gefeiert und gestritten, gesungen und getrunken. FC ist offiziell ein Karnevalsverein und gehört zum Alltag in der Domstadt.

Sein Maskottchen, die Ziege Billy Hennessy, ist so allgegenwärtig wie die beiden Türme der Kathedrale. Auch in der Nebensaison sind an vielen Häusern und Autos rot-weiße FC-Fahnen und -Aufkleber zu finden. Mit mehr als 120.000 Mitgliedern ist „Efze“ der größte Sportverein der Stadt und der sechstgrößte in Deutschland.

1948 nahm FC die Arbeit auf
In seiner ersten Saison

Im kommenden Jahr kann der Erstligist auf sein 75-jähriges Bestehen zurückblicken. FC ist aus zwei Kölner Fußballvereinen hervorgegangen. Während in der Spielvereinigung Sülz 07 noch heftig diskutiert wurde, war im Kölner Ballspiel-Club 01 sofort Begeisterung für die geplante Fusion zu spüren. Am 13. Februar 1948 treffen sich die Vorstandsmitglieder beider Vereine, um den 1. Fußball-Club Köln 01/07 eV zu gründen.

Schon der Name spiegelt den hohen Anspruch des Verbandes bei seiner Gründung wider – erster Präsident Franz Kremer wollte nichts weniger, als von Anfang an ganz große Titel nach Köln zu holen. Doch zunächst gibt es die Anfangsprobleme. Renania Worcester hat den geplanten Aufstieg in die Oberliga West gestört. Die Kölner, die nur zwei Tage nach Gründung des Rheinlandbundes an den Start gingen, müssen sich noch gedulden.

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In ihrer im Werkstatt-Verlag erschienenen Chronik blicken die Schriftsteller und FC-Experten Derek Onand und Fredrik Latz auf die vergangenen 75 Jahre zurück. Saison für Saison wird erstmals die Geschichte des Kultvereins mit allen sportlichen Höhen und Tiefen von der Gründung 1948 bis zur aktuellen Spielzeit erzählt.

Hier geht es um berühmte Trainer wie Hans Weiss Willer, der sich in der Saison 48/49 als Spielertrainer über Neuzugang Hans Schäfer und den Aufstieg in die Oberliga freuen darf. Die Erfolge setzten sich in der Folgesaison fort und das Maskottchen Hennes feierte 1950 seinen ersten Auftritt bei einem Karnevalstreffen. Ihm ist ein eigenes Kapitel im Buch gewidmet. In der Saison 52/53 erreichte der FC erstmals die Endrunde der Deutschen Meisterschaft, der Titel ist aber noch nicht gewonnen.

1954 etablierte sich der FC in der höchsten Spielklasse und feierte seine Weltmeister Hans Schaeffer und Paul Mbus. Und wie so oft beim FC liegen Freud und Leid nebeneinander. Im nächsten Kapitel kämpfst du gegen den Untergang. Zlato „Chick“ Cajkowski, der 1955 nach Köln kam, ist einer der bekanntesten Trainer des FC Soccer Club. In der Saison 60/61 hatte Köln mit Real Madrid in Mungerdorf einige bemerkenswerte Gäste zu Gast.

1962 gewann der FC mit Hans Schaefer und Trainer „Tsic“ Cajkowski seine erste Meisterschaft. Weitere Meistertitel gab es 1964 mit Wolfgang Everett in der neuen Bundesliga und 1978 unter anderem mit Dieter Müller, Tony Schumacher und Gerd Struck. Double kam 1978 an den Rhein. Sie gewinnen den Pokal im Finale gegen Düsseldorf. Im selben Jahr stießen mit Pierre Litbarsky und Brand Schuster neue Stars zum FC.

Auch die Folgejahre verliefen recht wechselhaft, der FC konnte den Major-Titel nicht mehr nach Köln holen. In den Reihen des FC gibt es immer große Stars, von Klaus Allofs über Thomas „Ike“ Hassler, Toni Polster und Dirk Lautner bis hin zu Lukas Podolski, der 2003 zum FC kam, und Anthony Modeste.

Persönlichkeiten wie Christoph Daum, Ewald Leinen, Peter Stöger oder aktuell Stephen Baumgart haben die Vereinsgeschichte der Rot-Weißen unter den Trainern geprägt. Auch Skandale wie der Eklat nach der Veröffentlichung von Tony Schumachers Buch „Unpfeif“ oder emotionale Höhen und Tiefen gehören dazu. Nach dem sechsten Aufstieg ist der FC ab der Saison 2019/20 in die erste Liga zurückgekehrt. Er hat den neunten Platz in ihrer Geschichtstabelle belegt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Chronik sind die Frauen des FC und ihr Weg von Brauweiler nach Geißbockheim. Weitere Kapitel widmen sich den FC-Fans, dem Stadion als Ort der Leidenschaft und Giesbockheim als Heimat des Erstligisten. Abgerundet wird das gewichtige Buchprojekt durch die akkurate Statistikabteilung.

Dirk Innocence, Frederick Latz: 1. FC Köln. Chronik, Verlag Die Werkstatt, 566 Seiten, 75 €



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