Moderator Rudi Cerne: Ich bin ein vorsichtiger Mensch – Unterhaltung

Rudi Cerne moderiert am Donnerstag die Sendung „XY-Preis – Gemeinsam gegen Kriminalität“. Foto: ZDF / Jule Röhr.


Rudi Cerne moderiert am Donnerstag den „XY-Preis – Gemeinsam gegen Kriminalität“. Der Preis wird jährlich an jemanden verliehen, der Zivilcourage bewiesen hat. In einem Interview enthüllte er, wie sich seine True Crime-Show auf das Privatleben des Moderators ausgewirkt hat.

Rudi Cerne (64) leitet am Donnerstag (24.11.) (20.15 Uhr, ZDF) die 21. Ausgabe von „XY-Preis – Gemeinsam gegen Kriminalität“. Im Rahmen des Programms ehrt Bundesinnenministerin Nancy Faeser (52) als Schirmherrin insgesamt drei Personen bzw. Gruppen im ZDF-Hauptstadtstudio für ihr mutiges und vorbildliches Handeln. Moderator “Aktenzeichen XY … ungelöst” habe selbst “nie eine kritische Situation erlebt”, wie er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur zu den Nachrichten sagte. Unter anderem verriet er, wie er sein Haus vor Dieben schützt.

Sie moderieren seit 20 Jahren “Aktenzeichen XY… ungelöst”. Wie viele von Ihnen berühren die manchmal sehr dramatischen Fälle?

Rudi Cerne: Man hängt den Koffer nach der Show nicht einfach wie einen Anzug wieder in den Schrank. Das wird mich eine Weile beschäftigen – vor allem, wenn die Kinder Opfer von Verbrechen werden. Weil sie keine Chance haben, wie die tragische Geschichte von Levke, einem achtjährigen Mädchen aus Cuxhaven, zeigt. Sie wurde an der Haustür abgeholt und von Sexualstraftätern ins Auto gelockt. Er hat sie gefoltert und getötet. Wir haben den Fall in unserer Show gefilmt. Die zierliche Schauspielerin sieht dem Opfer befremdlich ähnlich. Es war sehr berührend und emotional.

Wie verhindern Sie, dass es Ihnen zu nahe kommt?

Cerne: Ich habe auf den Rat der Ermittler geachtet, nicht alles zu nah an mich heranzulassen. Sonst kann man nicht schlafen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich diesem Fall sicherlich nicht nahe bin. Ich war nicht am Tatort oder im Untersuchungsraum. Außerdem erzeugen Sie während der 90-minütigen Live-Übertragung Adrenalin und bleiben danach stundenlang wach. Deshalb bin ich froh, wenn es vorbei ist und ich mit frischen Augen auf die nächste Show blicken kann.

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Wie hat sich Ihr Privatleben durch die Show verändert?

Cerne: Es hat sich nichts geändert. Ich bin von Natur aus ein vorsichtiger Mensch und die Show hat meine Vorsicht nur bestätigt. Aber ich habe keine Angst: Angst kann manchmal lähmen. Das habe ich als Leistungssportler kennengelernt. Hat man Angst vor dem Dreifach-Axel, dann fällt es praktisch mit der Ansage. Sprünge und Schwierigkeiten muss man mit einem gewissen Selbstvertrauen meistern. Und ich denke, im wirklichen Leben ist es genauso.

Was tun, um sich zu Hause sicher zu fühlen?

Cerne: Auf Anraten eines Ermittlers habe ich mich an die Präventionsabteilung der Polizei gewandt. In einigen Bundesländern ist es kostenlos. Ein Kommissar kam zu uns nach Hause und überprüfte alles auf Schwachstellen. Ich bin seinem Rat gefolgt und habe zum Beispiel Anti-Diebstahl-Fenster eingebaut. Allerdings gibt es einen ganz einfachen Ratschlag, wenn man wie ich einen kleinen Garten mit Hecke hat, damit die Nachbarn nichts sehen können. Dann sagte der Nachbar, er könne nicht sehen, ob der Dieb eingedrungen sei. Deshalb ist es besser, die Hecke für ein klares Sichtfeld etwas niedriger zu halten. Eine aufmerksame Umgebung ist sehr wichtig. Eine gute Alarmanlage, die ich leider nicht habe, ist ein Hund.

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Sie haben seit September einen Podcast mit Conny Neumeyer. Sie sagen, es ist Ihnen eine Herzensangelegenheit. Wie unterscheidet sich die Arbeit an einem Podcast von der Arbeit an einer Sendung?

Cerne: Die TV-Sendung “Aktenzeichen XY… ungelöst” ist im Grunde ein verlängerter Arm der Kriminalpolizei. Öffentliche Forschung ist eine erprobte Methode. Im Podcast “Aktenzeichen XY… Unforgotten Crimes” beschäftigen wir uns mit Fällen aus den vergangenen 55 Jahren. So können wir in ungelöste Fälle eintauchen, diese aber auch ausschließlich mit den Ermittlern lösen. Ich bin erstaunt, wie detailliert sie noch Fälle kennen, die manchmal Jahrzehnte zurückreichen. Im Podcast können wir noch einmal ganz intensiv einem Fall auf den Grund gehen und auf die spannende Ermittlungsarbeit blicken.

Wie knackt man ungelöste Fälle?

Cerne: Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie hartnäckig der Ermittler ist. Mord vergeht nie, das wissen wir. Deshalb behandeln sie einen Fall oft noch einmal mit einer ganz neuen Sonderkommission. Da sah es frisch aus. Das ist nicht frustrierend. Das heißt, das Glas ist halb leer. Ich denke wie ein Ermittler: Wir schauen immer ins halbvolle Glas und hoffen, zuletzt zu sterben.

Welcher Fall ist Ihnen so im Gedächtnis geblieben, dass Sie seine Lösung während Ihrer Karriere präsentieren wollten?

Cerne: Zuerst der Fall von Madeleine McCann. Das Mädchen verschwand damals in Portugal. Seine Eltern kamen dann zu uns ins Studio. Der Fall hat mich tief berührt. Die Eltern sollten nicht aufgeben: Der Vater sagte damals, solange es keinen Beweis dafür gebe, dass sein Kind tot sei, habe er das Recht zu hoffen. Deshalb hoffe ich weiter.

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True Crime hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Wie erklärst du dir das?

Cerne: Ja, wir erleben gerade eine Renaissance. Vielleicht liegt es daran, dass „Aktenzeichen“ neuen Schwung bekommen hat. Viele Redakteure haben sich das zum Vorbild genommen und versuchen nun, auf diese Weise gute Bewertungen zu erzielen. Und das auch. Denn wenn wir alle zusammenkommen, um Verbrechen aufzuklären, hilft das nur den Ermittlern.

Und du bleibst originell…

Cerne: (lacht) Persönlich bin ich den „Aktenzeichen“-Erfindern Eduard Zimmermann und Hans Janke, damals stellvertretender Programmdirektor beim ZDF und Leiter Fernsehspiele, zu großem Dank verpflichtet. Beide wählten mich aus, um die Show zu moderieren.

Der XY-Preis für Zivilcourage wird demnächst wieder verliehen. In welcher Situation haben Sie schon einmal Zivilcourage bewiesen?

Cerne: Ich war noch nie in einer engen Situation und ich war noch nie in einer Situation, in der ich eingreifen musste. Ich weiß nicht, wie ich reagieren werde. Jeder Mensch ist anders. Wir erleben immer wieder in dieser Situation.

Es ist oft nicht das Beste, sich in eine gefährliche Situation zu stürzen. Welchen Rat haben Sie, um Zeuge eines Verbrechens zu werden?

Cerne: Ein Mann, der mit dem XY-Preis ausgezeichnet wurde, saß in einem Café, als ein mit einer Axt bewaffneter Mann hereinstürmte und anfing, eine Frau zu schlagen. Der Sieger schubste ihn mit einem Stuhl zurück wie einen Tigerdompteur oder Dompteur. Er verhinderte das Schlimmste und schützte sich sogar mit einem Stuhl. Das ist heroisch. Die anderen Leute tranken weiter Kaffee und aßen ihren Kuchen. Ich weiß nicht, wie ich reagieren werde. Aber das Minimum ist, 110 zu drücken.

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