Krebsmittel der Biontech-Gründer überzeugt in Studie

Ugur Sahin und Özlem Türeci 2018

Vor Biontech gründeten Sahin und Türeci das Mainzer Biotech-Unternehmen Ganymed. Hier forschten sie an Darmkrebsmedikamenten, deren Wirksamkeit in Studien nachgewiesen werden konnte.

(Foto: imago image/Sämmer)

Frankfurt Der japanische Pharmakonzern Astellas hat in der dritten Phase ein neues Krebsmedikament erfolgreich getestet. Bei etwa 560 Teilnehmern verlängerte Zolbetuximab sowohl das progressionsfreie Überleben als auch das Gesamtüberleben. Astellas plant, Einzelheiten auf einer Fachkonferenz in naher Zukunft vorzustellen. Experten erwarten den ersten Zulassungsantrag im kommenden Jahr.

Zolbetuximab stammt aus der Forschung des Mainzer Biotech-Unternehmens Ganymed, das 2002 von den Biotech-Gründern Özlem Türeci und Ugur Sahin gegründet wurde. Wie bei Biontech kam die Finanzierung für Ganymed von den Unternehmern Andreas und Thomas Strüngmann und von der MIG Capital Corporation. 2016 verkauften sie das Unternehmen für 422 Millionen Euro an Astellas.

Die Zulassung von Zolbetuximab wird eine Bestätigung der Pläne des Herstellers Biontech in der Onkologieforschung sein. Obwohl Biontech in den vergangenen zwei Jahren vor allem für seine erfolgreichen Anti-Covid-Medikamente bekannt war, forscht es auch intensiv an Krebsmedikamenten.

Die Nachfrage nach Krebsmedikamenten der Biontech-Gründer ist groß

Zolbetuximab gilt derzeit als Spitzenprodukt in der Produktpipeline von Astellas. Nach Daten des britischen Forschungsunternehmens Evaluate Pharma rechnen Experten damit, dass der jährliche Umsatz von Medikamenten bis 2028 bei mehr als 500 Millionen Dollar liegen wird. Denn der Behandlungsbedarf bei Krebs gilt als hoch und Magen und Speiseröhre sind sehr hoch. Bisher gibt es keine Heilung, und die Betroffenen können sich einer Operation und einer Chemotherapie unterziehen.

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In einer zweiten kleinen Studie, die 2016 endete, verlängerten Wirkstoffe in Kombination mit einer Chemotherapie das Leben der behandelten Patienten um durchschnittlich fast fünf bis 13 Monate im Vergleich zur Standardbehandlung, was als signifikante therapeutische Verbesserung angesehen wird. Auf dem American Oncology Congress ASCO wurde das Medikament deshalb als herausragende Neuentwicklung gewürdigt.

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Bis zum Abschluss der dritten Studie dauerte es weitere sechs Jahre, ein Beispiel für die teilweise langsamen Entwicklungszeiten im Bereich der Onkologie. In den letzten zwei Jahren hat das Coronavirus viele Studien getötet.

Zolbetuximab: Wie das neue Darmkrebsmedikament wirkt

Zolbetuximab zielt auf ein Protein namens Claudin18.2 ab, das bei bestimmten Krebsarten vorkommt. Daher eignet es sich als Zielsystem für Krebsmedikamente, an denen es angreifen kann, ohne das gesunde Gewebe zu schädigen.

Genau solche Targets wollen die Biontech-Entwickler Sahin und Türeci mit ihrer Firma Ganymed finden. Sie waren die ersten, die Claudin18.2 als potenzielles Ziel für Krebsmedikamente identifizierten.

Etwa ein Dutzend klinischer Projekte, die sich auf diese Zellen konzentrieren, werden derzeit weltweit durchgeführt. Neben den Pharmaunternehmen Astellas und Amgen sind auch mehrere Biotech-Unternehmen beteiligt, darunter Biontech selbst.

Bei einer Zulassung können Biontech-Entwickler mit Millionenbeträgen rechnen

Zulassungen für die von Ganymed erforschten Krebsmedikamente könnten den früheren Eigentümern von Ganymed ihre Gewinne in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln. Denn die mit dem Erfolg verbundene Zahlung liegt bei knapp 860 Millionen Euro, die Astellas zusätzlich zum Sofortkaufpreis zugesagt hat.

MIG Fund besitzt etwa acht Prozent von Ganymed und verfügt über eine erhebliche Hebelwirkung über denselben Betrag. Das Familienunternehmen der Familie Strüngmann hält als ehemaliger Investor von Ganymed rund 90 Prozent.

Ebenfalls: Biontech baut die Krebsforschung und Milliarden von Impfstoffen weiter aus

Erstveröffentlichung: 24.11.2022, 12:45 Uhr

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