In Sachsens Wäldern sind mehr Holzdiebe als üblich unterwegs | Freie Presse

Aufgrund der deutlich gestiegenen Energiepreise rückt auch Holz als Brennstoff wieder in den Fokus. Auch Kriminelle können auf gute Geschäfte hoffen.

Dresden.

Auch in den sächsischen Wäldern steigen die Gaspreise in die Höhe. Anscheinend gibt es jetzt viele Holzdiebe da draußen. Bis Ende November wurden 98 Fälle von Holzdiebstahl bei der Polizei gemeldet. Das ist fast ein Drittel mehr als im Vorjahr, als es noch 71 Fälle gab. Das sagt der Sprecher des Landeskriminalamts (LKA), Tom Bernhardt, in der Anfrage.

Kriminelle benutzen Kettensägen

Das Besondere: In diesem Jahr griffen Diebe nicht nur die im Wald geschnittenen und gelagerten Stämme an. Einige Schurken brachten ihre Sägen zu ihnen und fällten selbst Bäume. Hans Kraske, Geschäftsführer des Sächsischen Waldbesitzerverbandes, sagt auf Anfrage der “Freien Presse”: “Diejenigen, die illegal gefällt haben, habe ich persönlich festgenommen.” Eine häufige Entschuldigung ist, dass Sie sich in der genauen Abholzungsstelle geirrt haben, weil Sie die Erlaubnis eines anderen Waldbesitzers erhalten haben. “Das sind ganz große Argumente”, sagt Kraske. Aber sie sind leicht zu überzeugen. Kraske räumt jedoch ein, dass man sich bei den Forstbeamten informieren und natürlich auch die Erlaubnis des Waldbesitzers einholen könne.

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„Das Hauptproblem ist, dass viele Leute denken, dass Wälder Gemeingut sind“, sagt Kraske. Dies kann auch zur Freizeitgestaltung des Waldes beitragen – niemand wird sich weigern, im Wald an der frischen Luft spazieren zu gehen – gewöhnliche Arbeiten beschränken sich spätestens auf das Fällen von Bäumen, die – wie der Wald – ihren Besitzer haben. Hier gebe es eine Kuriosität, sagt Kraske: „Je offensichtlicher ein Dieb ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er gesehen wird. Wer nachts durch den Wald fährt, misstraut sich erst als Dieb erkannt, kann er im Dunkeln im Wald arbeiten.“

Der im Jahr 2022 angerichtete Schaden hat 176.000 Euro erreicht

Straftaten seien aber „nicht mit besonderen Verfahren“ zu ermitteln, erklärt Sachsens LKA-Sprecher Tom Bernhardt. Zum Vergleich: In Brandenburg sind dagegen neuerdings bewaffnete Kriminelle eingetroffen. Sie gingen mit einem Schwerlast-Holzfäller, genannt Harvester, in den Wald und haben ihn laut der Forstgruppe AWGD „wirklich abgeholzt“. In Sachsen summierte sich der Schaden nach Angaben der Polizei allein in den ersten elf Monaten dieses Jahres auf gut 176.000 Euro. Im Jahr 2021 belaufen sich die Schäden im Allgemeinen auf 143.000 Euro.

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Das Gute: Im Durchschnitt kann jeder zweite Fall geklärt werden. Auch dafür hat Hans Kraske eine Erklärung: Man fällt zwar zunächst nicht auf, sei aber im Wald unsichtbar, so der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes. „Jedes Auto, das in den Wald einfährt, sieht alle“, sagt er – vom Wald, Wanderer, Pilzsammler oder Waldgast andere. Auch eine häufig installierte Wildkamera hilft dabei, Kriminelle aufzuspüren. Die Polizei weist darauf hin, dass Sie Ihr Eigentum immer schützen müssen – dies gilt auch für Bäume. Bernhardt erklärt: „Wenn ich etwas Wertvolles, das frei verfügbar ist, zum Beispiel an den Straßenrand stelle, habe ich fast nie Zugriff darauf.“ Das stimmt so nicht ganz – Kraske weiß, dass sich in Paketen versteckte Transponder mittlerweile auch in schön gestalteten Bäumen zu erkennen geben, die an Waldwegen stehen. Sobald es zu Erschütterungen kommt, etwa bei einer Neukonfiguration oder einem Standortwechsel, löst der Transponder Alarm aus.

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Trotz steigender Holzdiebstähle – Sachsenforst sieht der Staat keinen Anlass zur Sorge. Im Staatsforst ist von „Einzelurteil“ die Rede. Nach Angaben der Polizei sind Fake-Shops im Internet mittlerweile ein eigener Teil der Holznachfrage, obwohl dies für Waldbesitzer kein Problem darstellt. Bernhardt wusste, dass sie Holz und Holzprodukte verkauften, aber sie lieferten nie. Die Betrugsart wird mit dpa und jdf zunehmen

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